Fehlgeburt durch entzündetes Zahnfleisch

In England erlitt eine Frau eine Fehlgeburt, weil sie unter starken Zahnfleischentzündungen litt. Entzündungsstoffe, wie sie im Mund der Mutter vorkamen, ließen sich in Blut, Magen und der Lunge des Kindes nachweisen. Die große Gefahr der Entzündungsstoffe ist mir schon lange bekannt, dennoch schockieren solche Meldungen auch mich immer wieder. Bei Zahnfleischentzündungen und Parodontitis entsteht der Entzündungsstoff aMMP8. Dieser kann zu vorzeitigen Wehen führen. Das Risiko einer Frühgeburt ist dadurch sieben Mal so hoch.
Zum Glück haben einige Kollegen die Gefahr erkannt: Ulrich Freitag, Gynäkologe und Mitglied im Vorstand des Berufsverbandes der Frauenärzte fordert zur Vorbereitung auf eine Schwangerschaft auch einen Zahn-Check gehören. Vor allem müsse der Zahnarzt prüfen, ob eine chronische Zahnfleischerkrankung vorliegt, so der Experte. Da gebe ich ihm völlig recht. Eine Maßnahme, die wir in unserer Düsseldorfer Praxis schon seit Jahren anbieten.

Leider hat sich die Gefahr einer unentdeckten Zahnfleischentzündung für das ungeborene Leben noch nicht bei allen Gynäkologen herumgesprochen. Nadine Behnen, 22-jährige zahnärztliche Fachangestellte, in meiner Praxis, ist mittlerweile glückliche Mutter. Als ich sie während ihrer Schwangerschaft über die Risiken aufklärte fiel sie aus allen Wolken. Ihr Gynäkologe hatte sie nicht darüber informiert. Ich habe bei ihr dann sofort den aMMP8-Test durchgeführt, der exakt die Menge an Entzündungsstoffen misst. So können auch versteckte Zahnfleischentzündungen lokalisiert und dann sicher behandelt werden – neuerdings auch mit einem sanften, schmerzfreien Laser, der sogenannten photodynamischen Therapie

Der Test ist bereits vor einer geplanten Schwangerschaft sinnvoll und während der Schwangerschaft sollte er nach der 13. Woche erfolgen. Für den Test nehme ich völlig schmerzlos eine kleine Probe im Mund. Das Ergebnis wird ausführlich mit der Patientin besprochen, um eventuell nötige Behandlungsschritte zu planen. Nadine Behnen hatte glücklicherweise kein Entzündungsproblem und hat an ihrem kleinen Jungen viel Freude.