Hat der Bohrer bald ausgedient? Forscher wollen Karies mit Mineralien sanft behandeln.

Bald hat der Bohrer ausgedient.

Es stimmt schon, dass der Kariesbefall in den letzten Jahren – besonders bei Kindern – kontinuierlich zurückgegangen ist. Die Aufklärungs-Initiativen rund um die Zahnpflege waren diesbezüglich äußerst erfolgreich und haben die Notwendigkeit zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen fest im Bewusstsein der Patienten verankert. Das bedeutet jedoch nicht, dass man das Thema Karies jetzt komplett abhaken könnte. Unsere Zähne sind auch weiterhin dem permanentem Ansturm säurehaltiger Lebensmittel ausgesetzt.

Diesem Ansturm ist nur ein gesunder Zahn auf die Dauer gewachsen. Leider gibt es viele Faktoren, die dazu führen können, dass unseren Zähnen wichtige Mineralien wie Kalzium und Phosphat entzogen werden. In einem frühen Stadium erkennt der Zahnarzt diesen Mangel an weißen, kreidigen Stellen auf dem Zahnschmelz – und kann zu diesem Zeitpunkt mit speziellen, flouridhaltigen Lösungen problemlos einen Heilungsprozess in Gang setzen.

Ist der Kariesbefall schon weiter fortgeschritten, so half bisher lediglich den Zahn aufzubohren, die kariöse Stelle zu entfernen und mit einer Füllung zu versiegeln. Aber auch hier entwickelt sich die Zahnmedizin ständig weiter. Remineralisierung heißt das Zauberwort, mit dem britische Forscher den betroffenen Zahn zur Selbstheilung anregen wollen. Dabei werden die benötigten Mineralien mit gepulsten elektrischen Ladungen tief in die beschädigte Zahnsubstanz befördert, um dort besser wirken zu können, als Substanzen, die nur oberflächlich aufgetragen werden. Ist das Verfahren in ein paar Jahren ausgereift, könnte so bei vielen Karies-Behandlungen der Bohrer überflüssig werden.

Und das ist wohl eine Nachricht, die bei allen Patienten für erhebliche Erleichterung sorgen wird.

Einen kleinen Videoclip über das Thema gibt es hier.