Neueste Forschungsergebnisse erhöhen die Verträglichkeit von Implantaten erheblich

neue Implantatbeschichtung verbessert Heilung nach OPÄltere Menschen generell, aber auch Risikopatienten, die an Osteoporose oder Diabetes leiden, hatten bisher oft das Problem, dass Implantate bei ihnen nicht optimal einheilen konnten und deshalb als Therapieform von vornherein ausgeschlossen wurden. Aber auch der Normalpatient musste sich 6 bis 12 Wochen gedulden, bis ein Implantat die notwendige Belastbarkeit erlangte, um den Zahnersatz zuverlässig zu tragen.

Spanische Wissenschaftler haben jetzt eine spezielle Beschichtung entwickelt,.die biologisch abbaubar ist und sich nach dem Einsetzen des Implantats im Kiefer langsam auflöst. Dabei gibt sie Silikonbestandteile und bioaktive Moleküle in den Kiefer ab, die den Vorgang der Einheilung erheblich beschleunigen. Was wiederum zur Folge hat, dass der Patient schneller weiterbehandelt werden kann und sein gewohntes Leben viel früher aufnehmen kann, als das bisher der Fall gewesen ist.

Die neuen Implantate stellen somit auch für die oben erwähnten Risikopatienten eine Chance dar, die Vorteile eines dauerhaften Zahnersatzes für sich zu nutzen. Ein großer Fortschritt, denn Zahnlücken können zu Fehlstellungen des Kiefers führen und ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Eine stabile Prothese hingegen sorgt dafür, dass Ober- und Unterkiefer gleichmäßig belastet werden und diese Probleme gar nicht erst auftreten.

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Aktuelle Studie über die Versorgung mit den sofort belastbaren All-on-4-Prothesen

Das All-on-4 Säulenprinzip

Das Behandlungskonzept All-on-4 stellt eine sehr effiziente Möglichkeit dar, Patienten mit zahnlosem Kiefer schnell und komfortabel zu versorgen. Die Prothese ruht dabei lediglich auf vier „Säulen“ – und ist sofort belastbar. Das bedeutet, dass provisorische Zwischenlösungen überflüssig werden und sich die Behandlungsdauer deutlich verkürzt.

Außerdem kann die All-on-4-Lösung ggf. auch bei Patienten eingesetzt werden, die unter einem verminderten Knochenvolumen leiden. Die vier Implantate werden leicht schräg in den Kiefer eingesetzt und erlangen durch die Verankerung im Frontzahnbereich eine höhere Stabilität.

Eine unabhängige aktuelle Studie – entstanden unter Beteiligung der Uniklinik Freiburg – attestiert diesem Behandlungskonzept jetzt auch eine hohe Erfolgsquote: Bei knapp 4800 Implantaten kam es in nur etwa 70 Fällen zu Komplikationen. Allerdings weisen die Wissenschaftler auch darauf hin, dass ihnen das zur Verfügung stehende Datenmaterial keine Aussage hinsichtlich der Dauerhaftigkeit der All-on-4-Implantate erlaubt, was einen Zeitraum betrifft, der länger als fünf Jahre bemessen ist.

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Professionelle Zahnreinigung nur bei zwei Dritteln aller Praxen verfügbar

In der neuesten Ausgabe der ,Zahnarztwoche, vom 13.6. ist die erschreckende Nachricht zu lesen, dass in über 12 Prozent der Zahnarztpraxen gar keine professionelle Zahnreinigung angeboten wird. Gerade weil parodontalen Erkrankungen die Nummer eins für Zahnverlust im Erwachsenenalter darstellen, ist dies kein gutes Aushängeschild für die deutschen Zahnärzte.

Zahnprothesen mit MRSA Keimen verseucht

Im Journal der American Dental Association (ADA) wurde erstmals berichtet, dass MRSA Keime auf Zahnprothesen hartnäckiger, als bisher vermutet, sitzen. Wir wissen, dass diese Keime, wenn sie in die Blutbahn geraten, z.T. lebensgefährliche Erkrankungen auslösen können. Zum Beispiel ist eine schmerzhafte, aufgescheuerte Druckstelle einer Prothese eine solche mögliche Eintrittsstelle. Es ist deshalb wichtig, die Prothese z.B. 10 Minuten pro Tag in einer desinfizierenden Lösung, wie Chlorhexidin zu reinigen.

Selbst wenn Bakterien nicht direkt in die Blutbahn gelangen, ist der Zusammenhang zwischen Mundbakterien, z.B. durch Parodontose und allgemeinen Erkrankungen wie Diabetes, koronare Herzerkrankung, oder Frühgeburten seit langem bekannt. Diese Bakterien werden auch durch Küssen problemlos übertragen.

Es ist deshalb wichtig, eine gut sitzende Prothese zu haben, oder besser noch ganz auf so etwas zu verzichten und an Zahnimplantate zur stabilen Verankerung der „Dritten“ zu denken.

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