Mit gesunder Ernährung und Sport gegen „Silent Killer“

Silent Killer – unentdeckte Entzündungen im Körper – können aktiv gesenkt werden, wenn wir statt Burger lieber mal ein Lachsfilet essen und uns ausreichend bewegen. Foto: ProDente Silent Killer – schwache, unentdeckte Entzündungsherde im Körper – können nach Meinung meiner britischen Kollegen chronische Erkrankungen auslösen. Dagegen kann man jedoch etwas tun: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung und Sport helfen, die Silent Killer zu bekämpfen.

Hier im Blog habe ich schon oft über die Zusammenhänge der Krankheiten geschrieben, und so benennen auch meine Kollegen einige unserer “alten Bekannten” wie Diabetes, Arthritis und Rheuma, und Herzinfarkt. Diese Krankheiten können ausgelöst werden, wenn die Silent Killer ihr Unwesen treiben.
Ebenfalls auf der Liste der entzündlichen Krankheiten ist die Parodontitis. Sie hat allerdings den Vorteil, dass sie nicht versteckt im Körper stattfindet, sondern für den geschulten Zahnarzt schnell sichtbar und vergleichsweise gut behandelbar ist.

Wir kennen alle den Sinn einer Entzündung: Der Körper konzentriert sich auf eine Verletzung und schickt alle Einheiten zu diesem Einsatzort. Sie greifen alles Fremde wie Schmutz oder Bakterien an, und räumen den Ort des Geschehens auf. Die Heilung kann beginnen. Soweit, so gut. Doch gerade Entzündungen innerhalb des Körpers lassen sich nicht so leicht erkennen. Vielfach entstehen unsichtbare Entzündungen, die wir nicht bemerken – unser Körper jedoch schon. Ist er ständig auf einem niedrigen Niveau mit Entzündungsfaktoren beschäftigt, kann er sich nicht mehr vollständig regenerieren. Und hier wird es gefährlich: Denn es ist nachgewiesen, dass diese Silent Killer chronische Krankheiten, auch des Gehirns, auslösen können.

Umso wichtiger ist es, bei Kontrollterminen beim Zahnarzt sowie der regelmäßigen Prophylaxe auf sichtbare oder unsichtbare Entzündungen zu achten. Mit unserem Schnelltest kann man sogar frühe Zeichen einer Parodontitis sichtbar machen. Damit lässt sich zumindest ein Bereich gut im Griff behalten, bei dem Entzündungen sonst zur Belastung für den gesamten Körper werden würden.
Und auch regelmäßige Bewegung und die Ernährung können helfen, dass sich die Silent Killer nicht unbemerkt ausbreiten. Generell ist nach Überzeugung der britischen Forscher eine ausgewogene Ernährung ohne Fertigprodukte oder zu viele “leere” Kohlenhydrate wie Zucker und Weizenmehl, sowie ohne Transfette wichtig. Wer dagegen auf fettreichen Fisch und viel Obst und Gemüse setzt, der kann erhöhte Entzündungswerte sogar aktiv senken.

Empfindliche Zähne: Neue Versiegelung gegen freiliegende Zahnhälse wirkt dreifach positiv

Wir kennen die Vorteile einer effizienten Versiegelung ja aus unterschiedlichen Lebensbereichen: Sie schützt den Autolack vor Korrosion und den Parkettboden vor Abnutzung und Feuchtigkeit. Im Prinzip geht es immer darum, das Material so glatt wie möglich zu halten, damit aggressiven Umwelteinflüssen so weniger Angriffsfläche geboten wird.

Das ist bei unseren Zähnen nicht anders: Hier sorgt der intakte Zahnschmelz dafür, dass sich schädliche Bakterien nicht so leicht festsetzen können. Denn dadurch entstehen empfindliche Zähne ja erst – wenn das Zahnfleisch in Mitleidenschaft gezogen wird oder kariöse Stellen die Zahnsubstanz angreifen.

Unser Zahnschmelz ist jeden Tag einer Fülle von Angriffen ausgesetzt. Beim Zähneputzen mit zu harten Bürsten oder einer zu abbrasiven Zahnpasta, aber auch durch Reaktion mit Zucker oder Säuren, die wir über unsere Nahrung aufnehmen. Auch freiliegende Zahnhälse werden durch eine zu dünne Zahnschmelz-Schicht ausgelöst oder zumindest begünstigt.

Dem können wir Zahnärzte jetzt mit einer remineralisierenden Versiegelung Einhalt gebieten – und zwar schonend und völlig schmerzfrei. Dazu tragen wir einen Wirkstoff aus mikroskopisch kleinen Siliziumoxid-Kristallen auf. Sie wirken etwa 30 bis 45 Minuten lang ein und bilden in dieser Zeit eine neue, feste Verbindung mit dem Zahnschmelz. Die Oberfläche wird wieder spiegelglatt, so dass Bakterien z. B. an freiliegenden Zahnhälsen ungleich schwerer anhaften können.

Und es gibt neben dem Schutz vor empfindlichen Zähnen noch einen tollen Nebeneffekt: Intakter Zahnschmelz ist weiß, wirkt fast durchscheinend und lässt die Zähne strahlen. Nach der neuen Versiegelung wirken die Zähne des Patienten deutlich heller, obwohl keine Bleichmittel eingesetzt wurden. Empfindliche Zähne gehören also nicht nur der Vergangenheit an, auch das Lächeln hat an Strahlkraft gewonnen!

Mehr über die Vorteile der Versiegelung bei freiliegenden Zahnhälsen finden Sie hier.

 

Hat der Bohrer bald ausgedient? Forscher wollen Karies mit Mineralien sanft behandeln.

Bald hat der Bohrer ausgedient.

Es stimmt schon, dass der Kariesbefall in den letzten Jahren – besonders bei Kindern – kontinuierlich zurückgegangen ist. Die Aufklärungs-Initiativen rund um die Zahnpflege waren diesbezüglich äußerst erfolgreich und haben die Notwendigkeit zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen fest im Bewusstsein der Patienten verankert. Das bedeutet jedoch nicht, dass man das Thema Karies jetzt komplett abhaken könnte. Unsere Zähne sind auch weiterhin dem permanentem Ansturm säurehaltiger Lebensmittel ausgesetzt.

Diesem Ansturm ist nur ein gesunder Zahn auf die Dauer gewachsen. Leider gibt es viele Faktoren, die dazu führen können, dass unseren Zähnen wichtige Mineralien wie Kalzium und Phosphat entzogen werden. In einem frühen Stadium erkennt der Zahnarzt diesen Mangel an weißen, kreidigen Stellen auf dem Zahnschmelz – und kann zu diesem Zeitpunkt mit speziellen, flouridhaltigen Lösungen problemlos einen Heilungsprozess in Gang setzen.

Ist der Kariesbefall schon weiter fortgeschritten, so half bisher lediglich den Zahn aufzubohren, die kariöse Stelle zu entfernen und mit einer Füllung zu versiegeln. Aber auch hier entwickelt sich die Zahnmedizin ständig weiter. Remineralisierung heißt das Zauberwort, mit dem britische Forscher den betroffenen Zahn zur Selbstheilung anregen wollen. Dabei werden die benötigten Mineralien mit gepulsten elektrischen Ladungen tief in die beschädigte Zahnsubstanz befördert, um dort besser wirken zu können, als Substanzen, die nur oberflächlich aufgetragen werden. Ist das Verfahren in ein paar Jahren ausgereift, könnte so bei vielen Karies-Behandlungen der Bohrer überflüssig werden.

Und das ist wohl eine Nachricht, die bei allen Patienten für erhebliche Erleichterung sorgen wird.

Einen kleinen Videoclip über das Thema gibt es hier.

Focus Diabetes – alles über gefährliche Wechselwirkungen auf sieben informativen Seiten.

Focus Diabetes Beitrag

Ich habe mich sehr gefreut, dass die Redakteure des Magazins „Focus Diabetes“ bei uns in der Praxis recherchierten. Patienten und ich selbst wurden befragt. So konnte ich auf die Wechselwirkungen hinweisen, die eine Zahnfleischentzündung für Zuckerkranke so gefährlich machen.
In der aktuellen Ausgabe Nr. 2/2014 können Betroffene Zusammenhänge nachlesen und erfahren, wie sie selbst mit der oft unterschätzten Problematik umgehen können.

Das Thema liegt mir persönlich sehr am Herzen, denn Parodontal-Erkrankungen sind bei Diabetikern überdurchschnittlich häufig – und verlaufen besonders gefährlich. Wie Studien eindeutig belegen, haben schlecht eingestellte Patienten, die unter diesem Krankheitsbild leiden, ein dreifach erhöhtes Risiko, an Parodontitis zu erkranken. Durch einen hohen Zuckerspiegel verändern sich bei ihnen bestimmte Eiweiße, die Entzündungen im Mundraum erst so richtig in Gang bringen.

Umgekehrt stört eine Zahnfleischentzündung die Blutwerte ganz erheblich und erschwert somit die Regulation des Glukosestoffwechsels. Hier sind wir Mediziner fachübergreifend zu einer besseren Zusammenarbeit und Abstimmung gefordert. Das macht der besagte Artikel auf sieben Seiten (!) umfassend deutlich. Deshalb empfehle ich ihn hier gerne weiter. Auch die prominente Platzierung im Inhaltsverzeichnis hat mich sehr gefreut! Denn: Die Wechselwirkungen zwischen Parodontitis und Diabetes gehören unbedingt in den Fokus der Medienberichterstattung – und in das Bewusstsein der Bevölkerung.

Die aktuelle Ausgabe des Focus-Diabetes ist im Zeitschriftenhandel erhältlich – oder sofort als App-Download online, z. B. für iPad und iPhone.