Parodontitis-Therapie: Die Gruselgeschichten sind Schnee von gestern.

John+Chanteaux VortragBei meinem letzten Patientenvortrag erhielt ich von knapp 30 interessierten Teilnehmer viele Fragen zu sanften Therapien, die bei einer Zahnfleischentzündung heute bereits möglich, aber bislang nur in wenigen Praxen selbstverständlich sind.

Im Vordergrund stand dabei die photothermische Behandlung, die ich besonders gerne einsetze, weil sie praktisch schmerzfrei und dabei überaus effektiv in der Wirkung ist. Daraufhin entstand eine angeregte Diskussion, in der verschiedene Teilnehmer ihre Erfahrungen mit herkömmlichen Behandlungs-Ansätzen schilderten, bei denen vor allem das manuelle Ausschaben der Zahnfleischtaschen mit zahnmedizinischem Besteck als extrem unangenehm empfunden wurde. Dazu kam der Frust darüber, dass bei dieser Methode oft Entzündungsherde nicht entfernt werden (können), so dass der Behandlungserfolg nicht lange andauert und die Parodontitis nach recht kurzer Zeit zurückkehrt.

Das bestätigte auch mein aMMP8-Schnelltest, zu dem ich alle Teilnehmer eingeladen hatte: Bei einer Dame, die noch vor kurzem auf herkömmlichem Wege behandelt worden war, konnte ich die Entzündungsstoffe erneut nachweisen. Sie zeigen, dass der Knochen angegriffen ist – dass also irgendwann Zähne verloren gehen werden, wenn die Patientin nicht effektiv behandelt wird.

Was zeichnet also demgegenüber die photothermische Therapie aus, die ich beim Vortrag vorgestellt habe?
Zuerst einmal wird nicht geschabt! Stattdessen wird eine spezielle Flüssigkeit aufgetragen, die vorhandene Bakterien selbst in tiefen Zahnfleischtaschen erreicht und markiert. Die eingefärbten Bakterien werden dann durch Laserlicht zu 100 % abgetötet – selbst Keime, die gegen Antibiotika resistent sind, haben dabei keine Chance. Zudem hat der Laser einen weiteren Vorteil: Er löst über seinen wärmenden Effekt auch einen Heilungsimpuls aus.

Mit Patienten, die natürlich den Teufelskreis einer immer wiederkehrenden Parodontitis fürchten, arbeite ich nach der Behandlung einen Nachsorgeplan mit individuell festgelegten Kontroll-Intervallen aus. Denn erst die effiziente Laserlicht-Therapie in Verbindung mit einer konsequenten Prophylaxe kann die Beschwerdefreiheit auf lange Sicht gewährleisten.

Das konnte auch eine Patientin bestätigen, die nach ihrer photothermischen Therapie im letzten Jahr den Schnelltest nun mitmachte und erfreut zeigen konnte, dass ihr Zahnfleisch weiterhin frei ist von den gefährlichen aMMP8-Entzündungsstoffen. Sie hat jetzt den Mut, sich für Implantate zu entscheiden – schließlich weiß sie, dass sie vor erneuten Entzündungsproblemen jetzt verlässlich geschützt ist.