Parodontitis und Rheuma: Thema bei internationalem Zahnarztkongress

Young male dentist holding an x-ray, shallow depth of field - focus on x-ray

Alle drei Jahre findet der Dreiländerkongress der zahnärztlichen Fachgesellschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz statt. Interessierte Zahnärzte treffen sich dort, tauschen sich aus, und bringen sich auf den aktuellen Stand der Forschung. 120 Referenten, Workshops und Symposien bot der Fachkongress 2015 zum Thema „Gewusst. Gekonnt. Geheilt – Implantatmedizin als Wissenschaft, Handwerk und Heilkunst“ in Wien.

Der Titel zeigt anschaulich, was die moderne Zahnmedizin heute ist: Nur wenn gutes Handwerk, Wissenschaft und Wissen um Allgemeinmedizin und Erkrankungen zusammen spielen, wird eine Zahnbehandlung – ob Zahnersatz, Parodontitis Therapie oder ein Implantat – erfolgreich sein. Und nur dann können Zähne lange und voll funktionstüchtig erhalten bleiben.
Der Beitrag von PD Dr. Nicole Pischon aus Berlin „Rheumatische Erkrankungen als Risikofaktor für orale, bakteriell bedingte Entzündungen“ informierte beim Dreiländerkongress die Kolleginnen und Kollegen über die Auswirkungen rheumatischer Erkrankungen auf den Mund- und Kieferbereich.

Dr. Pischon kann anhand ihrer Untersuchungen zeigen, dass bei Rheumatikern eine signifikant höhere Parodontose Risiko besteht. Ebenfalls zeigen ihre Ergebnisse, dass es eine positive Wechselwirkung zwischen Rheuma und Parodontitis gibt, wenn eine der beiden Krankheiten erfolgreich therapiert wird.

Obwohl der Zusammenhang von Parodontitis und anderen Krankheiten wie rheumatoide Arthritis oder Diabetes bisher noch wenig Beachtung findet zeigte sich beim Dreiländerkongress, dass der ganzheitliche Ansatz der Zahnheilkunde aktueller ist denn je. Es wäre wünschenswert, wenn die Zusammenarbeit von Allgemeinmedizinern und Zahnärzten diesbezüglich intensiviert wird, und Therapieangebote noch besser aufeinander abgestimmt werden. In unserer Praxis legen wir darauf einen hohen Wert.