Parodontitis: wird Arterienverkalkung nicht beeinflusst?

Eine aktuelle Studie der American Heart-Assocation (AHA) konnte nicht nachweisen, dass eine Parodontitistherapie eine Arterienverkalkung vermeiden kann.

Daraus interpretiert die Ärzte-Zeitung „Parodontitis macht keine Herzinfarkte“ .

Das ist ein voreiliger und irreführender Schluss. Denn aktuell ist zwar kein DIREKTER Zusammenhang zwischen krankem Zahnfleisch und einem kranken Herzen bewiesen (was man als „verursachen“ werten könnte).
Dennoch haben alle Studien Bestand, die Erkenntnisse zu solchen Mehrfacherkrankungen gewinnen, biologische Verbindungen ermitteln und diese statistisch darstellen – als RisikoERHÖHUNG. Daher werde ich meinen Patienten keinen Freibrief ausstellen.

Jedem Menschen mit entzündetem Zahnfleisch sollte klar sein: Die betroffene Schleimhautfläche ist etwa so groß wie die eigene Hand. Dort würde man eine nässende Entzündung auch nicht ertragen, sondern etwas dagegen tun.

Zudem bin ich weiterhin davon überzeugt, dass die konsequente Behandlung von Entzündungen richtig ist und den Allgemeinzustand deutlich verbessert – schon durch die Entlastung des Immunsystems. Ich kann daher nur empfehlen: Wer seinen Körper und damit sein Herz schützen möchte, tut etwas gegen entzündliche Prozesse – also auch gegen Zahnfleischentzündungen.

Außerdem gehen ich davon aus, dass die nächsten Studien noch genauer analysieren werden, welche weiteren Zusammenhänge bei Herz- und Zahnfleischerkrankungen bestehen – insbesondere wird der Blick hier auf Diabetes, Alter und Rauchen zu richten sein. Eine vergleichbare Sichtweise nimmt die „American Academy of Periodontology“ ein.

Über diese Zusammenhänge sowie Parodontitis-Therapien ohne Schmerzen und ohne Antibiotika informiere ich in Patientenseminaren am Dienstag, 15. Mai sowie Donnerstag, 21. Juni. Mehr dazu unter http://www.john-chanteaux.de/