Arthrose = Entzündung = Gefahr fürs Hirn

Eine Arthrose schadet offenbar auch anderen Organen – vor allem dem Gehirn. Beim europäischen Rheumatologen-Kongress schilderten Forscher der Pierre & Marie Curie University in Paris ihre Erkenntnisse: Sie sind auch für uns Zahnärzte spannend, besonders für mich an Parodontologen. Denn ähnlich wie eine Parodontitis wird die Arthrose von den Wissenschaftlern heute nicht mehr als rein lokale Gelenkerkrankung betrachtet, sondern auch als Ausprägung einer Entzündungsreaktion gesehen. Das untermauert eine neue Studie von Professor Francis Berenbaum.

Darin stellt er fest, dass adipöse (=fettleibige) Patienten nicht nur ein erhöhtes Risiko für Kniegelenksarthrosen haben, sondern im Vergleich zur normalgewichtigen Bevölkerung auch ein doppelt so hohes Risiko für Arthrosen der Fingergelenke. Diese sind nicht mit dem Gewicht erklärbar.

Auch bei normalgewichtigen Patienten ließ sich nachweisen, dass der Körper insgesamt auf derartige Entzündungen reagiert. Die Bedeutung ihrer Forschungen sehen die französischen Forscher in der Tatsache, dass eine chronische systemische Entzündungsreaktion Folgen an anderen Organen nach sich ziehen könnte.

Ein Kandidat für solche Spätfolgen ist das Gehirn. Für viel Aufmerksamkeit haben Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Arthrose und Alzheimer-Erkrankung gesorgt. Nachweise gibt es zwar bisher nur bei Mäusen. Untersuchungen an Menschen dürften allerdings nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Die Untersuchungen laufen parallel zu Forschungen, bei denen Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Alzheimer untersucht werden. Bei Arthrose UND Parodontitis handelt es sich demnach um Entzündungen, die schwere Folgeschäden haben können.

Bei Parodontitis sehe ich den Vorteil, dass wir die Mechanismen bereits sehr gut kennen und daher bereits wirksame Behandlungsmöglichkeiten haben.

Eine Information zu den Zusammenhängen können Sie gerne bei uns anfordern – wir senden Ihnen diese kostenfrei zu.

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