Endlich mit einem Tabu-Thema aufräumen

Mundgeruch ist nichts, weswegen man sich schämen muss. Er kann unterschiedliche Gründe haben, die sich in der Regel schnell diagnostizieren und gezielt behandeln lassen. Das konnten wir erst neulich einem TV-Team des WDR in unseren Räumlichkeiten praxisnah demonstrieren.

Da es den betroffenen Patienten immer noch peinlich ist über ihr Problem öffentlich zu sprechen, mussten wir im Vorfeld sogar eine Anzeige schalten, um einen Probanden zu finden, der keine Scheu vor der Kamera hatte. Der daraus resultierende Beitrag ist jetzt in der Mediathek abrufbar (einfach auf den untenstehenden Link klicken).

Wir bedanken uns für das Medieninteresse und die Mitwirkung unseres Beispiel-Patienten, der keine Probleme damit hatte, über seine Symptome öffentlich zu sprechen – und der somit dazu beigetragen hat, die Mundgeruch-Therapie anschaulich darzustellen und dadurch eventuelle Vorbehalte abzubauen.

Zum WDR-Beitrag

Zahnprothesen mit MRSA Keimen verseucht

Im Journal der American Dental Association (ADA) wurde erstmals berichtet, dass MRSA Keime auf Zahnprothesen hartnäckiger, als bisher vermutet, sitzen. Wir wissen, dass diese Keime, wenn sie in die Blutbahn geraten, z.T. lebensgefährliche Erkrankungen auslösen können. Zum Beispiel ist eine schmerzhafte, aufgescheuerte Druckstelle einer Prothese eine solche mögliche Eintrittsstelle. Es ist deshalb wichtig, die Prothese z.B. 10 Minuten pro Tag in einer desinfizierenden Lösung, wie Chlorhexidin zu reinigen.

Selbst wenn Bakterien nicht direkt in die Blutbahn gelangen, ist der Zusammenhang zwischen Mundbakterien, z.B. durch Parodontose und allgemeinen Erkrankungen wie Diabetes, koronare Herzerkrankung, oder Frühgeburten seit langem bekannt. Diese Bakterien werden auch durch Küssen problemlos übertragen.

Es ist deshalb wichtig, eine gut sitzende Prothese zu haben, oder besser noch ganz auf so etwas zu verzichten und an Zahnimplantate zur stabilen Verankerung der „Dritten“ zu denken.

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Neues Bakterium mit tödlicher Gefahr

Ein neu entdecktes Bakterium mit dem Namen Streptococcus tigurinus haben jetzt Forscher der Universität Zürich genau unter die Lupe genommen und besorgniserregende Ergebnisse erhalten, berichtet die Daily Mail. Gerät diese im Mundraum lebende Bakterienart in den Blutkreislauf, drohen schwere bis tödliche Erkrankungen. Bei ihren Nachforschungen konnten die Wissenschaftler das Bakterium bei verschiedenen Krankheiten im Blut isolieren – darunter Spondylodiscitis (eine schwere Entzündung der Wirbelsäule), Endocarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) und Meningitis (Hirnhautentzündung).

Der neuen Erkenntnisse seien nicht alarmierend, erklären die Forscher, aber weitere Studien zur Therapie sollen eingeleitet werden. Ich rate in diesem Zusammenhang erneut zur professionellen Vorsorge. Denn auch für dieses neue Bakterium gilt wie für die bereits bekannten: Der Übergang in den Blutkreislauf muss verhindert werden. Dies geschieht in der Regel durch chronische Zahnfleischentzündungen oder eine Parodontitis. Wir setzend deshalb in unserer Praxis auf einen schmerzfreien Test, mit dem Entzündungen schon im Frühstadium lokalisiert werden können. Ist eine solche vorhanden, können wir mit der innovativen photodynamischen Therapie sicher alle Bakterien abtöten. Per Laser und mit einer speziellen Flüssigkeit ist die Behandlung für den Patienten zudem schmerzfrei.

Chaos im Mund: Raucher laden gefährliche Bakterien ein

Noch einen guten Grund, so schnell wie möglich mit dem Rauchen aufzuhören, hat jetzt Purnima Kumar, Assistenz-Professorin für Parodontologie an der Ohio State University in den USA, gefunden. Im Mund eines Rauchers herrschten geradezu chaotische Zustände und gefährliche Bakterien würden eingeladen herein zu spazieren. Das natürliche Gleichgewicht des Biofilms im Mund werde durch das Rauchen empfindlich gestört, berichtet das englischsprachige Gesundheitsportal Medical Xpress.

Den Studien zufolge haben Raucher einen deutlich höheren Anteil an gefährlichen Bakterien im Mundraum, was oft zu Zahnfleischentzündungen und Parodontitis führe. Auch das Immunsystem von Rauchern sei belastet, weil es nicht nur gegen die gefährlichen Bakterien ankämpfe, sondern auch die gesunden als Bedrohung empfinde. Um bei Rauchern erfolgreiche Behandlungen durchzuführen, müssten Zahnärzte zudem weit reichendere Behandlungen durchführen. Wiederkehrende Probleme seien aber sehr wahrscheinlich.
Diese neuen Erkenntnisse haben noch eine weitere Dimension der Gefährdung. Es ist bekannt, dass Raucher ein deutlich höheres Risiko haben, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen. Und auch chronische Zahnfleischentzündung und Parodontitis erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses. Raucher begeben sich somit in doppelte Gefahr.