Empfindliche Zähne: Neue Versiegelung gegen freiliegende Zahnhälse wirkt dreifach positiv

Wir kennen die Vorteile einer effizienten Versiegelung ja aus unterschiedlichen Lebensbereichen: Sie schützt den Autolack vor Korrosion und den Parkettboden vor Abnutzung und Feuchtigkeit. Im Prinzip geht es immer darum, das Material so glatt wie möglich zu halten, damit aggressiven Umwelteinflüssen so weniger Angriffsfläche geboten wird.

Das ist bei unseren Zähnen nicht anders: Hier sorgt der intakte Zahnschmelz dafür, dass sich schädliche Bakterien nicht so leicht festsetzen können. Denn dadurch entstehen empfindliche Zähne ja erst – wenn das Zahnfleisch in Mitleidenschaft gezogen wird oder kariöse Stellen die Zahnsubstanz angreifen.

Unser Zahnschmelz ist jeden Tag einer Fülle von Angriffen ausgesetzt. Beim Zähneputzen mit zu harten Bürsten oder einer zu abbrasiven Zahnpasta, aber auch durch Reaktion mit Zucker oder Säuren, die wir über unsere Nahrung aufnehmen. Auch freiliegende Zahnhälse werden durch eine zu dünne Zahnschmelz-Schicht ausgelöst oder zumindest begünstigt.

Dem können wir Zahnärzte jetzt mit einer remineralisierenden Versiegelung Einhalt gebieten – und zwar schonend und völlig schmerzfrei. Dazu tragen wir einen Wirkstoff aus mikroskopisch kleinen Siliziumoxid-Kristallen auf. Sie wirken etwa 30 bis 45 Minuten lang ein und bilden in dieser Zeit eine neue, feste Verbindung mit dem Zahnschmelz. Die Oberfläche wird wieder spiegelglatt, so dass Bakterien z. B. an freiliegenden Zahnhälsen ungleich schwerer anhaften können.

Und es gibt neben dem Schutz vor empfindlichen Zähnen noch einen tollen Nebeneffekt: Intakter Zahnschmelz ist weiß, wirkt fast durchscheinend und lässt die Zähne strahlen. Nach der neuen Versiegelung wirken die Zähne des Patienten deutlich heller, obwohl keine Bleichmittel eingesetzt wurden. Empfindliche Zähne gehören also nicht nur der Vergangenheit an, auch das Lächeln hat an Strahlkraft gewonnen!

Mehr über die Vorteile der Versiegelung bei freiliegenden Zahnhälsen finden Sie hier.

 

Hat der Bohrer bald ausgedient? Forscher wollen Karies mit Mineralien sanft behandeln.

Bald hat der Bohrer ausgedient.

Es stimmt schon, dass der Kariesbefall in den letzten Jahren – besonders bei Kindern – kontinuierlich zurückgegangen ist. Die Aufklärungs-Initiativen rund um die Zahnpflege waren diesbezüglich äußerst erfolgreich und haben die Notwendigkeit zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen fest im Bewusstsein der Patienten verankert. Das bedeutet jedoch nicht, dass man das Thema Karies jetzt komplett abhaken könnte. Unsere Zähne sind auch weiterhin dem permanentem Ansturm säurehaltiger Lebensmittel ausgesetzt.

Diesem Ansturm ist nur ein gesunder Zahn auf die Dauer gewachsen. Leider gibt es viele Faktoren, die dazu führen können, dass unseren Zähnen wichtige Mineralien wie Kalzium und Phosphat entzogen werden. In einem frühen Stadium erkennt der Zahnarzt diesen Mangel an weißen, kreidigen Stellen auf dem Zahnschmelz – und kann zu diesem Zeitpunkt mit speziellen, flouridhaltigen Lösungen problemlos einen Heilungsprozess in Gang setzen.

Ist der Kariesbefall schon weiter fortgeschritten, so half bisher lediglich den Zahn aufzubohren, die kariöse Stelle zu entfernen und mit einer Füllung zu versiegeln. Aber auch hier entwickelt sich die Zahnmedizin ständig weiter. Remineralisierung heißt das Zauberwort, mit dem britische Forscher den betroffenen Zahn zur Selbstheilung anregen wollen. Dabei werden die benötigten Mineralien mit gepulsten elektrischen Ladungen tief in die beschädigte Zahnsubstanz befördert, um dort besser wirken zu können, als Substanzen, die nur oberflächlich aufgetragen werden. Ist das Verfahren in ein paar Jahren ausgereift, könnte so bei vielen Karies-Behandlungen der Bohrer überflüssig werden.

Und das ist wohl eine Nachricht, die bei allen Patienten für erhebliche Erleichterung sorgen wird.

Einen kleinen Videoclip über das Thema gibt es hier.

Stammzellenforschung: Bei Alligatoren schließt sich die Lücke

AligatorzähneBei einem Großteil aller Wirbeltiere wachsen Zähne, die sich abgenutzt haben oder ausgefallen sind, einfach nach. Aus eigener Erfahrung wissen wir: Bei uns Menschen ist das leider anders – nach dem Milchgebiss haben wir nur noch ein (ver-)bleibendes Gebiss, das wir hegen und pflegen müssen.

In der Keck School of Medicine der Universität von Southern California hat man sich gefragt, warum das eigentlich so ist – und ob wir das überhaupt als gegeben hinnehmen müssen. „Wir wollen endlich die Stammzellen lokalisieren, die es uns vielleicht ermöglichen, beim Menschen nachwachsende Zähne zu stimulieren“, sagt Professor Cheng-Ming Chuong über die Ziele der Wissenschaftler. „Dazu müssen wir jedoch zuerst einmal herausfinden, warum das bei vielen Wirbeltieren der Fall ist, bei uns jedoch nicht.“

Ausgerechnet bei Alligatoren fanden die Forscher ideale Voraussetzungen dafür: „Alligatoren verfügen über 80 Zähne, die sich im Laufe ihres Lebens über fünfzig Mal erneuern können“, erklärt ein weiteres Mitglied des Teams, Professor Ping Wu dazu. „Das macht diese Tiere zu einer hervorragenden Vergleichsgruppe, was die Zahnbildung bei uns angeht.“

Mehr zu der erstaunlichen Studie in englischer Sprache: hier.

Krönender Abschluss unserer großen Test-Aktion auf versteckte Parodontitis

Bei meinem letzten Patientenvortrag im Leonardo Royal Hotel konnte ich 30 interessierte Gäste über die gefährlichen Wechselwirkungen zwischen einer unentdeckten Zahnfleischentzündung und anderen Erkrankungen des Körpers in Kenntnis setzen. Alle Anwesenden konnten (und wollten) sich spontan und vor Ort ebenfalls auf Entzündungsstoffe hin testen lassen.

Unser Ergebnis: Über 50 % der getesteten Personen waren tatsächlich von einer Zahnfleischentzündung betroffen.

Das entspricht exakt dem Resultat, das wir im Rahmen unserer Aktion „Krankmacher Mund“ erzielten, in der wir – im Rahmen der EDISA-Studie – genau 300 kostenlose Schnelltests durchführten und auswerteten. Auch hier litt knapp die Hälfte der Testpersonen unter einer bisher unbemerkten Parodontitis.

Die gute Nachricht ist hierbei allerdings, dass nur aus der sicheren Diagnose eine gezielte Behandlung erfolgen kann. Und diese verläuft heute nicht nur sanft und völlig undramatisch, sondern auch sehr erfolgreich mit punktgenauem Laserlicht.

Mehr zum Thema „Sichere Diagnose und sanfte Therapie“ finden Sie auf meiner Hompage: www.john-chanteaux.de