Osseo-Tagung mit Schwerpunkt Periimplantitis: Gute Nachrichten aus der Emerald City.

SeattleAls Periimplantitis bezeichnet der Zahnmediziner eine Entzündung im Mundraum, die ausschließlich um Zahnimplantate entsteht und für den Patienten – und das Implanatat – schwerwiegende Konsequenzen haben kann. Nämlich dann, wenn die Erkrankung nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird. Das Problem liegt dabei im eher unauffälligen Krankheitsverlauf – der Patient hat anfangs keine Schmerzen und somit auch keine Veranlassung, den Zahnarzt aufzusuchen. Wenn Letzterer dann kein speziell ausgebildeter Parodontologe ist, der von sich aus auf eine verborgene Periimplantitis testet, kann wertvolle Behandlungszeit ungenutzt verstreichen. Damit steigt das Risiko, das Implnatat zu verlieren.

Deshalb habe ich mich Anfang März in Seattle auf einer mehrtägigen Tagung der Academy of Osseointegration ausführlich mit meinen Fachkollegen über dieses wichtige Thema ausgetauscht. Die Ergebnisse unserer Gespräche und Vorträge lassen hoffen: Periimplantitis kann heute sicher diagnostiziert und effektiv behandelt werden.

Wichtige Erkenntnis: Implantate selbst sind nicht etwa der Auslöser dieser Erkrankung – praktisch immer sind fehlende Vorbehandlungen oder eine mangelhafte Nachsorge schuld an der Infektion. Beides kommt mittlerweile häufiger als früher vor, weil nicht mehr ausschließlich speziell ausgebildete Zahnärzte Implantate setzen.

So wird z. B. oft versäumt, das Zahnfleisch vor dem Platzieren eines Implantats umfassend auf Entzündungen zu testen und gegebenenfalls zu therapieren. Insbesondere müssen Zahnfleischtaschen im gesamten Mund – nicht nur um das Implantat herum – behandelt werden. Dabei bietet sich vor allem eine Laserbehandlung an, die effektiv und schmerzfrei erfolgt.

In Seattle haben wir immer wieder festgestellt, dass eine regelmäßige Nachsorge – vergleichbar einer Inspektion beim Auto – unerlässlich ist. Besonders, wenn der Patient zu einer der Hauptrisiko-Gruppen zählt, sind Intervalle von 3 Monaten dringend anzuraten, um Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen. Zu den Risikopatienten zählen sowohl Diabetiker als auch Menschen, die unter einer rheumatoider Arthritis leiden. So schwächt z. B. die Verabreichung von Cortison das Immunsystem, so dass Bakterien auch im Mundraum ein leichteres Spiel haben.

So können nicht nur Entzündungen am Zahnfleisch entstehen, sondern auch am Kieferknochen. Dadurch verliert das Implantat natürlich seine Stabilität. Die Behandlung muss großflächig erfolgen, mit Heilungschancen aktuell bei etwa 50%. Gelingt die Behandlung nicht, kann es notwendig sein, das Implantat zu entfernen, damit die Entzündung abheilen kann. Danach kann ein neues Implantat gesetzt werden.

Die Tagung in Seattle hat gezeigt, dass man den Tücken einer Periimplantitis mit effektiven Maßnahmen begegnen kann, wenn – ja wenn – man das Krankheitsbild genau kennt und seine Patienten daraufhin im Auge behält. Das verhindert nicht nur böse Nebenwirkungen, sondern sichert auch die Investition, die ein Implantat schließlich auch darstellt, auf viele Jahre.

Implantate durch Parodontose gefährdet.

Die Zahnklinik Bern hat in einer umfangreichen Fortbildungsveranstaltung über viele Fachartikel berichtet, die einen klaren Zusammenhang zwischen Parodontose (richtig ist Parodontitis) an Zähnen und dem langfristigen Erhalt von Implantaten berichtet. Dabei ergab sich, dass Parodontitispatienten nach 10 Jahren eine Erfolgsrate ihrer Implantate von etwa 71% haben. Dies wird nicht unwesentlich der mangelnden Behandlung der Zahnfleischentzündung zugeschrieben. Ganz wichtig sei deshalb die frühzeitige und konsequente Behandlung jeglicher parodontalen Entzündungen, um ein übergreifen auf Implantate zu verhindern. Sollten Implantate schon Angriffen sein, ist eine schnelle Therapie, z.B. mit Laser und gründlicher Reinigung zwingend notwendig.

Was ist Periimplantitis? Implantatschutz mit sanfter Laser-Therapie

Trotz größter Sorgfalt und individuellen Sicherheitskonzepten treten auch bei Implantaten gelegentlich Probleme auf. Bei der sogenannten Periimplantitis führen Bakterien zu einer Entzündung der Mundschleimhaut rund um das Implantat. Auch der Kieferknochen kann in Mitleidenschaft gezogen werden.

Unbehandelt führt dies unweigerlich zum Verlust des Implantates. Schon bisher setzen wir auf umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen bei Implantaten. So prüfen wir zum Beispiel mit dem schmerzfreien aMMP8-Test, ob bereits Entzündungen vorliegen und beseitigen diese im Vorfeld.
Der Grund liegt auf der Hand: Die gleichen Erregerkomplexe wie bei Zahnfleischentzündungen und Parodontitis treten auch bei einer Periim¬plantitis auf. Bei der Therapie setzen wir so daher auf das gleiche Verfahren. Mit einem sanften Laser und einer speziellen Flüssigkeit werden Bakterien und Entzündungsstoffe restlos und schmerzfrei beseitigt.
Wichtiger Vorteil dieser Methode: Unser sanfter Laser belässt die Oberfläche der Implantate glatt, während ein „Abkratzen“ der Bakterien in empfindliche Oberfläche aufrauen würde.
Bei dieser photodynamischen Therapie (Link: auf den entsprechenden Blog-Artikel) werden sogar antibiotikaresistente Bakterien abgetötet. Auf diesem Weg haben wir bereits viele Patienten vor einem Implantatverlust bewahren können – natürlich auch wenn wir die Implantate nicht selbst eingesetzt haben.

Patientenveranstaltung: Laser bei Parodontose, photodynamische Therapie

 Bei unseren gestrigen Veranstaltung über Laser und photodynamische Therapie mit Emundo bei Parodontose bestand rege Anteilnahme der über 80 interessierten Patienten. Offensichtlich ist dies ein top aktuelles Thema, vor allem weil bei dieser Behandlung auf Antibiotika verzichtet werden kann und die Behandlung an sich fast schmerzfrei und ohne Nebenwirkung ist. Eine der Hauptfragen aus dem Auditorium war, ob die Lasertherapie als Einzelbehandlung ausreicht, oder ob noch andere Behandlungsschritte notwendig sind. Hier ist klar zu sagen, dass neben der Lasertherapie mit Emundo auch zusätzlich eine sehr gründliche Reinigung der Zähne und Zahnfleischtaschen notwendig ist, häufig aber auf eine Operation verzichtet werden kann. Ganz speziell erfolgreich ist diese Therapie bei entzündeten Implantaten, der sogenannten Periimplantitis. Hier ist die Lasertherapie eine der wenigen sinnvollen Therapien und dabei sehr schonend und schmerzfrei.

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