Optimistisch: Parodontitis bald ohne Knochenverlust?

Der Kieferknochen spielt eine entscheidende Rolle bei der Implantation: Denn, wenn starker Knocheverlust vorhanden ist, kann die künstliche Zahnwurzel nicht fest verankert werden. Foto: proDente e.V.Die starke Schädigung des Zahnhalteapparates bis hin zum Zahnverlust ist die schlimmste Vorstellung für jeden Parodontitis-Patienten. Doch aus welchem Grund wird der Kieferknochen abgebaut? Kanadische Kollegen haben nun die mögliche Ursache gefunden – und damit auch die Basis zur Entwicklung einer medikamentösen Therapie.

Wenn sich Knochengewebe entzündet – was der Fall ist bei einer Parodontitis – dann werden auf der Knochenoberfläche abnormal große Osteoklasten gebildet. Osteoklasten sind für den Abbau älterer Knochenbestandteile zuständig, während ihr Gegenpart, die Osteoblasten, direkt wieder neuen Knochen aufbauen.

Die entzündungsbedingten Osteoklasten sind größer als bei einem gesunden Knochen und bilden sich, wenn sie durch das Protein Adseverin zu außergewöhnlichem Wachstum angeregt werden. Diese Superosteoklasten wiederum geben vermehrt Enzyme frei, die den Knochen abbauen. Durch die Zersetzung des Knochens wird dieser geschwächt und der Zahnhalteapparat, der tagtäglich einer großen Beanspruchung und starken Kräften ausgesetzt ist, lockert sich. Die Folge: Zahnverlust.
Warum bei Entzündungen Superosteoklasten überhaupt entstehen können, wird von dem Team um den Torontoer Zahnmediziner Dr. Michael Glogauer untersucht. Es wird vermutet, dass Zytokine, die das Wachstum von Zellen bestimmen, auch die Zunahme von Adseverin beeinflussen.
In unserem Körper kommt das Adseverin nur in geringer Menge vor, und nur wenige Zellen können es produzieren – alles in allem eine gute Ausgangslage, um eine medikamentöse Therapie zu entwickeln.
Die Zeichen stehen also positiv, dass der massive Knochenverlust und in der Folge der Zahnverlust bei einer Parodontitis bald der Vergangenheit angehören könnten.

Eines bleibt jedoch zu sagen: Auch die innovativste Hilfe ist nur anwendbar, wenn eine Parodontitis erkannt wurde. Also regelmäßig auf zum spezialisierten Zahnarzt!

Zahnprothesen mit MRSA Keimen verseucht

Im Journal der American Dental Association (ADA) wurde erstmals berichtet, dass MRSA Keime auf Zahnprothesen hartnäckiger, als bisher vermutet, sitzen. Wir wissen, dass diese Keime, wenn sie in die Blutbahn geraten, z.T. lebensgefährliche Erkrankungen auslösen können. Zum Beispiel ist eine schmerzhafte, aufgescheuerte Druckstelle einer Prothese eine solche mögliche Eintrittsstelle. Es ist deshalb wichtig, die Prothese z.B. 10 Minuten pro Tag in einer desinfizierenden Lösung, wie Chlorhexidin zu reinigen.

Selbst wenn Bakterien nicht direkt in die Blutbahn gelangen, ist der Zusammenhang zwischen Mundbakterien, z.B. durch Parodontose und allgemeinen Erkrankungen wie Diabetes, koronare Herzerkrankung, oder Frühgeburten seit langem bekannt. Diese Bakterien werden auch durch Küssen problemlos übertragen.

Es ist deshalb wichtig, eine gut sitzende Prothese zu haben, oder besser noch ganz auf so etwas zu verzichten und an Zahnimplantate zur stabilen Verankerung der „Dritten“ zu denken.

Posted in Implantologie, Parodontologie, Zahnmedizin und Medizin | Tagged , , , , , , , , , , | 2 Comments |